Ein Video zu produzieren und dann gleich Material für verschiedene Online Kanäle zur Verfügung zu haben. Das war das Ziel in der Lehrveranstaltung Crossmedia Storytelling. Und mit MUSE kam auch die gute G'schicht nicht zu kurz und am Ende kam eine Überraschung aus dem Kuchen...

In der Lehrveranstaltung “Crossmedia Storytelling 2” mit Hubert Weitzer konnten wir die Lehrinhalte aus “Video & Multimedia im Web” und “Storytelling 1” an einem praktischen Beispiel anwenden. Unser Crossmedia Video für ein Inside-Surprise-Cake.

Crossmedia Backvideo mit dem MUSE Konzept

Unsere Gruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, ein Rezept-Video zu konzipieren – im Tasty-Stil. Das Video sollte gleich die Basis sein für verschiedene Video- und Bildformate für verschiedene Channels. Dabei sollte die Anwendbarkeit des MUSE-Storytelling-Prozesses mit seinen vier Eckpfeilern “Personen”, “Plätze”, “Plan” und “Plot” auf diese Art von Videos untersucht werden. Anschließend haben wir wir anhand des entstandenen Plans ein konkretes Beispiel-Video produziert.

Ein Crossmedia Video aus der Praxis

Wir waren froh, dass wir an einem praktischen Beispiel arbeiten konnten. Es ging nicht nur darum, ein Video zu produzieren. Es sollte dabei auch eine Beschreibung des Produktionsprozesses entstehen, der zukünftig für intern produzierte Rezept-Videos verwendet werden soll. Da das Unternehmen mehrere Kanäle bespielt, sollte in der Produktion des Videos auch auf die verschiedenen Format-Anforderungen Rücksicht genommen werden. Folgende Formate sollen berücksichtigt werden:

  • Fotos Website
  • Fotos Instagram
  • Fotos Facebook
  • Video Website
  • Video YouTube
  • Video Instagram
  • Video Facebook
  • Startbild YouTube Video
  • GIF (für Facebook)

Als Planungstool für die Story haben wir den Storybilder verwendet. Wir haben dabei unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Der Storybuilder orientiert sich an den Bausteinen von MUSE, um die Dramaturgie und Spannung der Geschichte aufzubauen. Es werden Charaktere formuliert, Keywords definiert und zugeordnet, Gegenstände und Orte definiert, die die Story unterstützen. Die einzelnen Punkte durchzudenken, hat uns geholfen, Schwerpunkte zu setzen und Klarheit über die einzelnen Bereiche zu bekommen. Zum Beispiel war aufgrund des Keywords “natürlich” klar, dass wir keine Edelstahlküche als Ort nehmen werden. Das Storytelling ansich war bei unserem Video allerdings nicht 1:1 übertragbar. Unsere Geschichte hängt einfach stark von den einzelnen Schritten im Rezept ab. Wir konnten nur durch die Gegenstände, Ort, Start- und Schlusssequenz eine “Geschichte” über Bäckerin und Torte gestalten.

Unsere Herausforderungen

Unsere Idee, alle Gegenstände in den Storybuilder mit aufzunehmen und als PDF zu exportieren, um dann eine komplette Setliste zu haben, hat leider nicht funktioniert. Storybuilder hat immer nur ein Bild eines Gegenstandes pro Erzählschritt angezeigt, eine schriftliche Aufstellung war gar nicht möglich. Auch die Keywords wurden nicht angezeigt. Wir haben uns mit einer klassischen Excel-Tabelle weitergeholfen. Inzwischen gibt es aber ein Update, das auch die Reihenfolge des “Befüllens” des Storybuilders flexibler macht und auch die PDF Exportfunktion wurde erweitert.

Wir haben letztendlich in einem Seminarraum gedreht. Dadurch waren wir etwas eingeschränkt in den Kamera-Einstellungen (Hintergrund). So haben wir nur von oben aufgenommen und zum Schluss für den Anschnitt alles umbauen müssen, um von vorne drehen zu können, mit diffusem Licht-Hintergrund. Schlussendlich wird es im Unternehmen ein eigenes Studio geben, im Idealfall bleibt der Aufbau für alle Drehs erhalten.

Unsere Learnings

Wir waren überrascht, wie lange es gedauert hat, bis Kamerastative, Licht und provisorische Küchenfläche aufgebaut waren. Auf der Arbeitsplatte haben wir noch markiert, wo das Format für Instagram endet. Bei den verschiedenen Schritten wurde dann entschieden, welche Gegenstände an den Rand gestellt werden, dass sie noch sichtbar sind, welche außerhalb von Instagram aber noch sichtbar für YouTube gestellt werden. Folgende Learnings haben wir mitgenommen:

  • Untergrund (Arbeitsplatte) fixieren, um ein Verschieben durch Vibrationen zu vermeiden
  • Untergrund groß genug wählen (damit bei schräger Aufnahme die Arbeitsplatte das Bild ausfüllt)
  • Umgebung wohnlicher gestalten für schräge Aufnahmen
  • In Töpfen können sich Personen, Gegenstände und die Kamera spiegeln – matte Gegenstände/Oberflächen verwenden
  • Zweite Person sollte das Kamerabild beobachten, um Fehler frühzeitig zu erkennen (z. B. Mixer tropft – lenkt ab, unsauber, Gegenstände bewegen sich durch Vibration, etc.)
  • Hände aus dem Bild nehmen zwischen den einzelnen Schritten, vor allem wenn ein Fehler passiert, damit geschnitten werden kann
  • nicht mit dem Kopf/Körper ins Bild kommen
  • nicht mehr benötigte Werkzeuge immer aus dem Bild nehmen
  • vor dem Dreh die Szenen durchspielen, ein verbliebener Löffel in einer Schüssel kann den nächsten Handgriff unmöglich machen
  • üben, wo die Mitte ist, damit Gegenstände zielsicher hingestellt werden können
Videodreh-Set Surprise Inside Cake

Videodreh-Set Surprise Inside Cake

Geholfen haben uns folgende Dinge:

  • alle Zutaten mehrmals griffbereit haben (wir haben den Teig zweimal anrühren müssen, als wir uns gegen den Mixer im Bild entschieden haben)
  • Vorschau-Bildschirm, um alle Einstellungen kontrollieren zu können
  • Maßstab/Werkzeug um Endformat (z. B. Quadrat für Instagram und 16:9 für YouTube) auf Vorschau-Bildschirm und Arbeitsplatte zu kennzeichnen

Music by www.bensound.com

Das Ergebnis

Die Durchführung und die dabei gesammelten Erfahrungen halfen uns bei der Weiterentwicklung des Konzepts für die crossmediale Video-Produktion. Auch wenn der MUSE-Prozess für die gewählte Art von Videos nicht direkt anwendbar war, halfen uns die einzelnen Elemente des Prozesses ein spannendes Video zu konzeptionieren.
Das schöne an unserem Dreh war, dass wir das Ergebnis auch essen konnten. Danke an Pia für den köstlichen Kuchen (eigentlich waren es sogar zwei, einer als Reserve).

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