Unternehmen schrecken immer öfters vor Newslettern und Mailings zurück. Spam und E-Mail-Fluten werfen ein schlechtes Licht auf diese Marketing-Instrumente. Richtig eingesetzt können Newsletter und Mails jedoch wahre Wunder bewirken. Was Sie dabei beachten müssen und einige Best-Practice-Beispiele.

Merkmale und Ziele von Newslettern

Zunächst ist es essentiell zu wissen, auf welche Arten ein Newsletter gestaltet werden kann und wie dessen Bestandteile aussehen können. Es kursieren zahlreiche verschieden Arten von Newslettern – eine einheitliche Definition der Typen gibt es nicht. Während Hussain (2016) von HubSpot von „12 Different Types of Marketing E-Mail“ spricht, unterscheidet Lisa Moore (2017) zwischen folgenden vier unterschiedlichen „Types of newsletters“:

  1. Der wöchentliche/monatliche Newsletter: Diese Methode dient dazu, die Audience einer Marke oder eines Unternehmens regelmäßig zu bespielen und diese über die aktuellsten Ereignisse rund um das Business zu informieren. Die Intervalle des Newsletters sind von der Menge an regelmäßigem Content, der im Unternehmen zur Verfügung steht, abhängig. In der Anfangsphase ist es in jedem Fall sinnvoller, die Intervalle nicht zu eng hintereinander zu setzen, damit sich User in das neue Format einleben können. Sprich: Es ist effizienter, von der monatlichen zur wöchentlichen Aussendung zu wechseln, als umgekehrt.
  2. Der zusammenfassende Newsletter: In Form von Highlights werden bestehende Inhalte von den medialen Kanälen des Unternehmens wiedergegeben. Diese Art von E-Mail-Marketing funktioniert am besten, wenn jede Aussendung lediglich ein spezielles Thema behandelt.
  3. Der kurzfassende Newsletter: Ähnlich wie beim zusammenfassenden Newsletter handelt es sich um einen Auszug von Inhalten und weiterführenden Links. Ein Beispiel wäre eine Auswahl der wichtigsten Presse-Statements des letzten Monats, welche jeweils zu Monatsende in Form eines Newsletters an Medienpartner versendet werden.
  4. Der Newsletter in der Langform: Dieser Newsletter besteht im Regelfall aus ganzen Artikeln, die eine Audience mit Interesse an einem speziellen Thema erreichen soll und dient dazu, die Conversion des Special-Interest-Contents zu steigern.

Kommunikationsziele von Newslettern

Neben den angeführten Typen ist es ebenso wichtig identifizieren zu können, welches Kommunikationsziel ein Mailing verfolgt. Es gibt keinen Newsletter, der nicht ein bestimmtes Kommunikationsziel hat. Die häufigsten Ziele eines Mailings sind Information, Kommunikation und Inspiration.

Mögliche Ziele

  • Abonnenten oder Kunden mit Specials, Sonderangeboten, Rabattaktionen oder Sortimentserweiterungen zum Kauf zu bewegen
  • Information und Leserbindung
  • zusätzliche Reichweite aufbauen
  • auf anderen Kanälen oder an andere Zielgruppen bereits ausgespielter Content ein weiteres Mal verschicken
  • Spendenaufrufe
  • Aufforderung zu Downloads
  • Event-Ankündigungen
  • exklusive E-Mails an eine Community, um diese weiterhin als lukrative Influencer zu erreichen und zu behalten
  • und viele mehr

Anforderungen an einen Newsletter

Die entscheidenden Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung einer Newsletter-Kampagne befinden sich auf unterschiedlichen Ebenen während dessen Erstellung.

Aus Sicht des Users ist es wichtig, diese nach ihrer Meinung zu fragen und ihnen die Möglichkeit zur Interaktion zu bieten – dies geschieht beispielsweise durch die Einbindungen von Votings, Kommentarfunktionen oder Umfragen. Außerdem sollte die Userin bzw. der User den Erhalt des Newsletters durch eine Confirmation-E-Mail bestätigen. So gehen Sie sicher, dass der neue Abonnent  tatsächlich an den Inhalten interessiert ist. Nach der Bestätigung bekommt der User im Idealfall eine Kopie des letzten Newsletters als Test.

Im Hinblick auf die Inhalte ist es sinnvoll, Content in Kanäle oder Themenbereiche aufzuteilen – um so die Interessensgruppen der Audience zu segmentieren – somit erhält die Empfängerin und der Empfänger lediglich Inhalte aus Bereichen, die dem Interessensfeld entsprechen. Davor muss das Unternehmen allerdings definieren, welche Themen unter welche Kanäle fallen.

Was bewirkt E-Mail-Marketing?

Nach Lisa Moore sollen Newsletter informieren, verstärken und erfassen. Dabei ist jeweils von Inhalten die Rede, die an die User ausgespielt werden.

Tipps: Wie man Newsletter-Kampagnen optimiert

  • Fassen Sie sich so kurz wie möglich.
  • Achten Sie auf den Ton, mit dem Sie der Audience begegnen.
  • Achten Sie auf eine menschliche Ausdrucksweise.
  • Schaffen Sie Relevanz in ihren Inhalten und geben Sie den Usern Kontext.
  • Sorgen Sie für freundliche Abschiedsmails bei Newsletter-Kündigungen.
  • Geben Sie dem User immer die Option, einen Newsletter in Anspruch zu nehmen – das Interesse geht im Idealfall vom User aus.
  • Entfernen Sie inaktive E-Mailadressen bewusst aus den Verteilerlisten.
  • Testen Sie regelmäßig ihren Service Provider.
  • Testen Sie ihre Kampagnen (z.B: durch A/B-Testing).

Elemente, KPI und Erfolgsmessung eines Newsletters

Der Aufbau: Jede E-Mail und jeder Newsletter, speziell die erfolgreichen, folgen einem strukturellen Aufbau und inhaltlichen Elementen, der immer sehr ähnlich ist – auch weil eben erfolgreich.

Betreff: Das, was User im E-Mail-Provider als Snippet angezeigt bekommen. Sollte freundlich, zum Klick aktivierend und möglichst kurz sein. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt (solange sie das Ziel des Mailings supporten).

Absenderadresse: Verschicken Sie von einer bekannten und validen Adresse.

Headerbild und Bilder: Sollte zum CI Ihres Unternehmens, zum Inhalt und zum soziokulturellen, emotionalen Umfeld Ihrer Zielgruppe passen, also generell keine Plüschhäschen an Metal-Fans – außer es passt zum Kontext.

Die Anrede: Persönlich. Schreiben Sie Ihre Abonnenten mit Namen an. Duzen Sie in Ihrem Unternehmen immer, duzen Sie auch hier.

Der Inhalt: Formulieren Sie kurze, deutliche und freundliche Sätze im Duktus Ihrer Zielgruppe. Ist Ihre Zielgruppe „jeder“, bleiben Sie neutral und freundlich. Newsletter teasern (bis auf den in Langform) nur Inhalte an. Machen Sie neugierig, inspirieren Sie.

Call-To-Action (CTAs): Formulieren Sie Ihre CTA kurz aber machen Sie deutlich, was Ihre Leser erwartet. Gestalten Sie die CTA kontrastreich, aber im CI und nicht überpräsent.

Body: Machen Sie die Abmeldefunktion deutlich, wenn sie auch nicht prominent im Vordergrund stehen muss. Geben Sie den Usern weitere Kontaktpunkte und -möglichkeiten wie z.B. Social Media, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen. Vergessen Sie Ihr Impressum und den Datenschutzhinweis nicht.

Grundsätzlich gilt natürlich auch hier: Was funktioniert, ist gut. Also versuchen Sie sich, testen Sie Versionen gegeneinander oder beginnen Sie in bekannter Weise und verändern Ihren Newsletter, erfinden Sie die E-Mail neu, denken Sie disruptiv!

Key Performance Indikatoren und Erfolgsmessung

Die Zustellrate: Diese gibt in Prozent an, wie viele Personen aus der Empfängerliste tatsächlich die E-Mail erhalten haben. Diese Rate sollte in der Praxis relativ hoch sein und deutlich über 95 Prozent liegen. Alles andere wäre ein Signal dafür, dass die Mail entweder technisch schlecht aufgesetzt ist oder Sie Ihre Listen zu wenig gepflegt haben.

Die Öffnungsrate: Diese Kennzahl weist aus, wie viele Empfänger den Newsletter tatsächlich geöffnet haben. Es kann zwischen den gesamten Öffnungen einer Mail und den eindeutigen Openings unterschieden werden. Bei letzterem ignorieren die gängigen Tools wie MailChimp, Newsletter2Go etc. auch die Mehrfachöffnungen und jede Leserin und jeder Leser wird nur einmal gezählt. Die Opening-Rate kann sich einerseits auf alle Adressaten beziehen oder auf die erfolgreichen Zustellungen.

Die Öffnungsraten unterscheiden sich branchenabhängig teils erheblich. Wie Newsletter2Go (2016) in einer Studie festgestellt hat, liegt die durchschnittliche Öffnungsrate zwischen 20 und 25 Prozent, darüber ist sie gut.

Die Klickrate (CR): Gibt an, wie viele der Empfänger auf einen CTA oder Link geklickt haben. Sie können jeden Klick zählen oder Mehrfachklicks nur einmal rechnen. Für zielführendes Controlling empfehlen wir beides auszuwerten und beides getrennt zu betrachten. Mehrfachöffnungen könnten bei regelmäßigem Vorkommen der gleichen User auf Power-Nutzer hindeuten. Im Durchschnitt werden nur zwischen drei und sechs Prozent aller E-Mails geöffnet. Beachten Sie aber immer, die Klickrate auf Ihre Ziele zu matchen und sie auch mit den Wettbewerbern oder der gesamten Branche zu vergleichen. Eine eindeutige Klickrate von fünf Prozent sollten Ihre Mails schon erreichen, um als gelungen bezeichnet zu werden.

Die Click-Through-Rate (CTR): Hieran erkennen Sie, welche Nutzer sich durchgeklickt haben – sprich: nachdem sie die E-Mail geöffnet haben, auch weitergeklickt haben. Die CTR ist der CR (Click-Rate) nicht unähnlich, sie kann aber aussagekräftiger sein. Eine geringe Öffnungsrate mit einer hohen CTR kann nahezu dieselbe Anzahl an Klicks ergeben wie eine hohe Öffnungsrate mit geringer CTR. Die Frage, wie man die verschiedene Daten optimiert, wird natürlich grundsätzlich anders beantwortet. Im Gegensatz zur CR werden bei der CTR Mehrfachklicks nicht berücksichtigt. Die branchenübergreifende durchschnittliche Bounce-Rate liegt laut der besagten Studie bei knapp über 15 Prozent.

Abmelderate: Die Zahl, wie viele Nutzer sich abgemeldet haben. Die gängigsten Tools erlauben Zugriff auf diese Daten.

Die Bouncerate: Das ist die Summe aller fehlgeschlagenen Zustellungen in Prozent. Wichtig ist diese Zahl deshalb, denn je weniger zugestellt werden, je mehr könnten Provider Ihren Newsletter als Spam einstufen, was wiederum die Bouncerate erhöhen dürfte. Der Durchschnitt liegt bei rund zwei Prozent.

Conversions: Definieren Sie Ihre Ziele, die Sie mit dem Newsletter erreichen wollen und betrachten Sie ihn nicht alleinstehend, sondern immer im gesamten Mix. Mit den gängigen Analyse-Tools können Sie auch folgende Conversions (welche auch immer Sie bei Ihnen haben), Zeit auf der Website, CTR auf der Website messen. Diese Daten spielen in der Gesamtbetrachtung eine ebenso große Rolle.

All diese Kennzahlen lassen sich in jedem gängigen Tool wie MailChimp, Mailjet oder auch Newsletter2Go messen.

KPI im Überblick

KPI Branchendurchschnitt (lt. Newsletter2Go, 2016)
Eindeutige Öffnungsrate 32,58 %
Eindeutige Klickrate 5,06 %
Bouncerate 2,1 %
Click-Through-Rate 15,26 %

3 Merkmale für erfolgreiche Newsletter

Was macht einen Newsletter zu einem erfolgreichen Newsletter? Wer Statistiken, Zahlen und Erfahrungsberichte dazu vergleicht, wird fast immer die selben Antworten bekommen. Diese lassen sich zu folgenden drei Punkten zusammenfassen (vgl. ua. Trend, 2016; TWT, 2015; MailChimp, 2016; Mineo, 2017):

  1. Newsletter müssen für den Empfänger relevant sein, unter anderem durch Personalisierung und Segmentierung.
  2. Zeitpunkt und Intervall der E-Mail-Kampagnen müssen auf Zielgruppe und Ziel abgestimmt sein.
  3. Mails müssen für das Lesen am Smartphone optimiert sein.

Auf diese drei Punkte wollen wir jetzt etwas näher eingehen.

1. Relevanz für den Leser

Selbst wenn das Mail im Posteingang landet, ist es trotzdem ein schwieriger Weg bis der Empfänger den Inhalt liest und im besten Fall handelt (klickt, bestellt, weiterleitet, antwortet).

Jede Privatperson in Österreich bekommt durchschnittlich mehr als 40 Newsletter pro Woche zugeschickt. Davon werden 55 % ungelesen (!) gelöscht, denn selbst die Hürde sich aus einem Verteiler abzumelden ist für viele zu groß (vgl. Schwabl, 2016).

Ist das Mail für den Empfänger relevant, steigt die Chance gelesen zu werden. Doch wie schaffen wir diese Nähe und Relevanz? Die persönliche Ansprache in der Anrede oder im Betreff ist mittlerweile zu wenig. Der gesamte Inhalt muss auf auf die Person und deren Interessen bzw. bisherigen Anknüpfungspunkte mit der Marke abgestimmt sein.

Ein Beispiel: Durch cleveres Customer Service Management kann der Kunde während des gesamten Entscheidungs- und Kaufprozesses begleitet werden. Weiterführende Informationen nach dem erfolgten Kauf sind hilfreich für den Kunden und stärken in weiterer Folge die Markenbindung.

Neben der Personalisierung gibt es außerdem die Möglichkeit, Empfänger-Gruppen zu segmentieren und dadurch gezielter anzusprechen. Eine solche Segmentierung kann nach klassischen demographischen Eigenschaften wie Geschlecht, Alter oder Wohnort erfolgen. Sammelt das Unternehmen andere Daten über Kunden oder Mitglieder können diese ebenfalls für viel spezifischere Mailings genutzt werden.

Der Text selbst hat ebenfalls großen Einfluss darauf, ob der Leser das Mail als relevant empfindet. Newsletter sollten nicht für die große Masse getextet werden, sondern konkret auf eine Person abzielen (vgl. Bonini, 2016).

2. Richtiges Timing und richtige Frequenz für Newsletter

Irgendwann kommt der Moment, an dem die Schmerzgrenze überschritten und der 237. Newsletter einer zu viel ist. Spätestens dann wird der Newsletter abbestellt. Neben der fehlenden Relevanz für den Leser ist vor allem die große Anzahl der Mails der häufigste Grund für Mail-Empfänger, sich aus einem Verteiler auszutragen.

Besonders alarmiert ist laut dieser Studie (durchgeführt im Handel), dass 90 % aller Empfänger den Newsletter innerhalb eines Jahrs wieder abbestellt haben (vgl. Rigby, 2017 und Charlton, 2017).

Das Frequenz des Newsletter hängt vor allem von der Art des Newsletters ab und welches Ziel damit erreicht werden soll. Beim Timing hilft detailliertes Wissen über die Zielgruppen und was Empfänger gerade machen. Online Shops nutzen dies und verschicken ihre Newsletter vorwiegend Abends und am Wochenende (wenn Kunden Zeit haben).

3. Optimiert für mobile Geräte und am letzten technischen Stand

Smartphones gewinnen immer weiter an Bedeutung. Bei E-Mails ist der Siegeszug schon lange nicht mehr aufzuhalten. Seit 2013 wird die Mehrheit aller verschickten Mails auf einem mobilen Endgerät geöffnet, aktuell ist es jedes zweite.

Trotzdem hinkt die Einwicklung von mobil optimierten Newslettern deutlich hinterher. Bei Webseiten ist der „Mobile First“-Ansatz bereits weit verbreitet, bei Mails jedoch nicht. Dabei gelten für Newsletter dieselben Regeln für Struktur und Code.

Newsletter sollten idealerweise im Responsive Design gestaltet sein und einem logischer Aufbau mit H1-, H2-, H3- und Paragraph-Tags folgen. HTML-Attribute dürfen genauso wenig fehlen wie korrekte Tags für Bilder und Verlinkungen. Schriftarten und -größen, Farben und Kontrast haben großen Einfluss auf die mobile Darstellung und Use Experience (vgl. Ilhan, 2017). Je besser diese, desto besser performt auch der Newsletter.

Erfolgreiche E-Mail-Kampagnen erstellen mit diesen Best-Practice-Beispielen

FITINN

Der FITINN Newsletter „Fette Neuigkeiten“ wird alle zwei Monate an bestehende Mitglieder der Fitnesskette verschickt. Er enthält Informationen zu Aktionen, Neueröffnungen und Infos rund ums Training bei FITINN. Jede Ausgabe behandelt mehrere Themen. Die folgende Ausgabe wurde am 20. November 2017 an rund 47.000 Mail-Adressen verschickt und soll die Leserinnen und Leser animieren, bei einem Gewinnspiel mitzumachen.

FITINN Newsletter vom 20. November 2017

Link zum vollständigen Newsletter: 20. November 2017: Geschenke, Geschenke, Geschenke – für dich!

  • Relevanz: Mailing hat aufgrund des Gewinnspiels hohe Relevanz für das Mitglied. Durch die Segmentierung der Empfänger (es werden aktiv trainierende Mitglieder angeschrieben) ist die Nähe zur Marke gegeben und die Conversion-Rate deutlich höher.
  • Timing: Verschickt wurde am Montag Nachmittag, dem stärksten Besuchertag von Fitnessstudios. Damit ist die zeitliche Nähe bestmöglich gewährleistet.
  • Technik: Der Newsletter ist mobil optimiert, hat im Design (Farbe, Schriftgrößen, Darstellung des Call-To-Action) jedoch noch Verbesserungspotenzial.

Erfolgsmessung

  • Zustellrate: 98,6 %
  • Öffnungsrate: 40,4 % (MailChimp-Vergleichswert für die Fitnessbranche: 17,5 %)
  • Klickrate: von 19,0 % (Vergleichswert: 2,2 %)
  • Abmelderate: 0,4 %
  • Bouncerate: 1,4 %

Die Presse: Breaking News

Die Tageszeitung „Die Presse“ bietet Newsletter zu unterschiedlichen Themenbereichen an. Diese werden wöchentlich (ua. aus den Themen Wissenschaft oder Literatur), täglich (Politik, Sport, Chronik, Wirtschaft, uvm.) und anlassbezogen – als „Breaking News“ – verschickt.

Breaking News: Peter Stöger neuer Dortmund-Trainer

  • Relevanz: Der Breaking News-Newsletter wird bei aktuellen Ereignissen verschickt und hat damit für den Leser eine hohe Relevanz. Die Themenbereiche können generell vom User selbst gewählt werden – er bekommt nur Mails, die ihn wirklich interessieren.
  • Timing: Durch den sofortigen Versand ist der Breaking News-Newsletter für viel Empfänger eine wichtige Informationsquelle. Damit wird das Image der Marke „Die Presse“ und die Kompetenz der Tageszeitung weiter verbessert.
  • Technik: Der Newsletter ist mobil optimiert, kurz gehalten und verlinkt zu einem ausführlichen Beitrag auf der Website.

Austrian Airlines – myAustrian

Der Newsletter der Austrian Airlines kuratiert alles, was sich um die Welt des Reisens nach Österreich dreht. Das Schreiben informiert über das gesamte Angebot der Fluglinie, die Destinationen, Österreich und besondere Events.

Newsletter Austrian Airlines

Relevanz: Der myAustrian-Newlsetter ist sehr emotional aufgeladen. Schon das Headerbild soll Erwartungen, Erinnerungen oder Sehnsüchte wecken, sympathisch machen und die Fluggesellschaft auf positive Erwartungen mappen.

Header MyAustrian Newsletter

Die E-Mails der Austrian Airlines kommen nicht als Spam daher, sondern gliedern sich perfekt in die gesamte Markenkommunikation. Direkt nach Anmeldung erhält der User eine Willkommensmail, in einem Turnus von etwa zwei Wochen regelmäßige Informationen. Die angebotenen Inhalte unterscheiden sich in jedem Newsletter oder sind teilweise anders eingebunden. Die Austrian Airlines personalisiert ihren Newsletter zudem mit persönlicher Anrede und der informellen Begrüßungsfloskel „Servus“, und holen ihre Kunden damit auf informelle Weise ab.

Einleitung MyAustrian Newsletter

Die Airline folgt auch im Newsletter konsequent ihrem Unternehmens-Claim myAustrian und ihrem Corporate Design. Das „my“ adressiert LeserInnen wie KundInnen direkt und soll emotionalisieren. Auch in Kategorien gegliederte Bereiche des Newsletters sind mit „my“ überschrieben, wie myServus, myAustrian Stopover, myAugenblick. Die Verbindung des „my“ mit weiteren emotional aufgeladenen Wörtern bindet Leserinnen und Leser sowie weckt deren Erwartungen.

Content-Block MyAustrian Newsletter

Timing: Erscheint etwa alle 14 Tage. Direkt nach der Anmeldung eine Bestätigung, danach weiterführende Informationen rund um die Content-Welt des Unternehmens.

Technik: Kann nicht als .txt abgerufen werden, was eventuell die Accessibility beeinträchtigt. Der Newsletter ist aber als Webansicht und für alle Browser abrufbar und ist auch mobil optimiert und wird problemlos ohne Verlust angezeigt. Eine Auswahl mehrerer themenspezifischer Newsletter oder ein anderes technisches Format ist beim Anmeldevorgang nicht gegeben.

Agrosprouts

Agrosprouts ist ein Weizengrassaft, der im Wienerwald produziert und vertrieben wird. Im Rahmen einer 4-stufigen Newsletter-Kampagne wurden bestehende Kunden zu weiteren Käufen animiert. Dadurch soll der Umsatz sowie die Kundenzufriedenheit gesteigert und neue Kundenrezessionen generiert werden.

Relevanz: Durch den zeitnahen Versand des Newsletters zum letzten Kauf ist die Aufmerksamkeit des Empfängers für das Produktion besonders hoch. Ein Gewinnspiel animiert die Kundinnen und Kunden zusätzlich.

Timing: Durch die zeitliche Positionierung der E-Mails rund um das Kaufdatum hat der Kunde noch starkes Interesse, die E-Mails zu lesen, da es sich um „Änderungen der Bestellung“ handeln könnte. Schafft man es in dieser Zeitperiode, eine Beziehung zum Kunden aufzubauen (durch Geschenke, persönliche Nachrichten, Eingehen auf Kundenwünsche, usw.) kann die Basis für eine starke Kundenkommunikation – auch in Zeiten von überfüllten Posteingängen – geschaffen werden.

Technik: Umgesetzt wurde die Kampagne in vier Schritten.

Mail 1: 1 Tag nach dem Kauf – Produkt ist noch nicht beim Kunden.

Agrosprouts: Bald ist es soweit!

Der Kunde wird dazu gebracht, sich auf das Produkt zu freuen. Die extrem hohe Open Rate bei dieser E-Mail erklärt sich durch den Erhalt vor dem Produkt. Der Kunde wird mit interessanten Fakten rund um das Produkt, sowie praktischen Anwendungsbeispielen auf die Lieferung vorbereitet.

Mail 2: 1 Tag nach Erhalt der Produkte

Agrosprouts: Was hältst du von den Produkten?

Es wird auf die Schwierigkeit der Lieferung des Produktes aufmerksam gemacht, um den Kunden für eventuelle Probleme in Zukunft zu desensibilisieren. Außerdem werden Rezepte für diverse Smoothies mitgeschickt, um den Produktverbrauch beim Kunden zu erhöhen, sowie die verschiedenen Anwendungsbereiche aufzuzeigen. Es wird auf ein „Geschenk“ in der nächsten Mail hingewiesen, um einen Incentive zu setzen, die nächste Mail zu öffnen.

Mail 3: Aufforderung zum Gewinnspiel

Agrosprouts: Geschenk für dich

Nun hat der Kunde bereits einige Berührungspunkte mit unserem Produkt genießen dürfen. Es wird nach einem Foto gefragt und erhält im Gegenzug einen 20-Euro-Gutschein, sowie die Möglichkeit eine größere Menge unseres Produktes zu gewinnen. Durch zeitliche Beschränkung wird der Kunde dazu motiviert, zeitnah ein Bild zu versenden.

Mail 4: Erinnerungsmail zum Gewinnspiel

Agrosprouts: Erinnerung für Gewinnspiel

In dieser E-Mail wird der Kunde lediglich daran erinnert, dass er noch einen Tag Zeit hat, ein Foto einzusenden.

Erfolgsmessung

  • überdurchschnittliche Open-Rate von 82,26 %
  • 1,84 Produktverkäufe pro Kunde
  • 138 verkaufte Artikel
  • 75 Käufer insgesamt
  • Rücksendungen aufgrund von Unzufriedenheit: 0

Zusammenfassung

Die Best-Practice-Beispiele zeigen sehr deutlich: Einen einheitlichen Newsletter gibt es nicht. Einen Schritt-für-Schritt-Leitfaden, was gut ist und was funktioniert, gibt es ebenfalls nicht.

Halten Sie aber die in diesem Beitrag beschriebenen Richtlinien ein, die alle guten und erfolgreichen E-Mail-Kampagnen gemeinsam haben, steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, E-Mailings zu versenden, die ihren Zweck auch erfüllen.

Kurz: Informieren Sie, inspirieren Sie, verstärken Sie und erfassen Sie mit Ihren Inhalten. Dann klappt es auch mit starken Opening-Rates, Click-Rates und Click-Through-Rates, die sich sehen lassen können.

Referenzen

Bonini, J. (5. April 2016). How to Write Great E-Mail Copy featuring Ann Handley. [Blogpost]. Abgerufen von https://litmus.com/blog/how-to-write-great-E-Mail-copy

Charlton, G. (11. Juli 2017). Why Customers Tune out from Retailers‘ E-Mails. [Blogpost]. Abgerufen von https://blog.salecycle.com/featured/why-customers-tune-out-from-retailers-E-Mails

Hussain, A. (2016). 12 Different Types of Marketing Email You Could Be Sending. [Blogpost] Abgerufen von https://blog.hubspot.com/blog/tabid/6307/bid/33987/11-types-of-marketing-E-Mails-you-could-be-sending-free-templates.aspx

Ilhan, A. (20. Jänner 2017). E-Mail accessiblity in 2017. [Blogpost]. Abgerufen von https://www.E-Mailonacid.com/blog/article/E-Mail-development/E-Mail-accessibilty-in-2017

MailChimp. (20. Dezember 2016). Accessiblity in E-Mail Marketing. [Blogpost]. Abgerufen von https://blog.mailchimp.com/accessibility-in-E-Mail-marketing/

Mineo, G. (15. September 2017.). How to Create an E-Mail Newsletter People Actually Read. [Blogpost] Abgerufen von https://blog.hubspot.com/marketing/guide-creating-email-newsletters-ht

Moore, L. (2017). Unterlagen zur Vorlesung „Writing, editing and curating content“. FH Joanneum, Graz.

Newsletter2Go. (2016). Klickraten und Öffnungsraten 2016: Der große Branchen-Benchmark. Abgerufen von https://www.newsletter2go.de/blog/klickraten-oeffnungsraten-2016-email-marketing/

Newsletter2Go. (2015). KPI Definition für E-Mail Marketing – E-Mail-Tracking. Abgerufen von https://www.newsletter2go.de/blog/kpi-definition-email-marketing/

Rigby, C. (2. Juni 2017). Most consumers have unsubscribed from retailer messages in the last year. [Blogpost]. Abgerufen von http://internetretailing.net/2017/06/consumers-unsubscribed-retailer-messages-last-year/

Schwabl, T. (11. Mai 2016). e-Mail Newsletter Report 2016. Abgerufen von http://www.marketagent.com/webfiles/MarketagentCustomer/pdf/2251b92f-246b-4a25-aa99-2e5931ed3ed8.pdf

Trend. (5. September 2016). 7 Tipps für erfolgreiches Newsletter-Marketing. Abgerufen von https://www.trend.at/branchen/werbung-marketing-pr/tipps-newsletter-5614777

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